Das runde Leder
 
„Fußball, ein unästhetisches, gesundheitsgefährdendes ‚Spiel‘, es erniedrigt den Menschen zum Affen!“ Dies war die vorherrschende Meinung deutscher Pädagogen und Turnlehrer Ende des 19. Jahrhunderts. Und da das Spiel von Großbritannien herüberkam, nannte man es im Kaiserreich abfällig „englische Krankheit“. Deutsche Turner würden nie und nimmer dieser „Fußlümmelei“, dieser „Fußflegelei“ auch nur den Hauch einer Chance geben, als Sport anerkannt zu werden.
Doch Prof. Dr. Konrad Koch, Gymnasiallehrer am Braunschweiger Martino-Katharineum, erkannte das sportliche Potenzial dieser Bewegungsform schon früh und initiierte im Herbst 1874 unter den Schülern ein Fußballspiel. Der Siegeszug dieses „undeutschen“ Spiels war fortan nicht mehr aufzuhalten. Der Ball rollte in alle Ecken und Winkel des Kaiserreiches.
Im Jahre 1908 kam er schließlich auch im Usinger Land an. Sportler aus (Neu) Anspach und Grävenwiesbach waren die ersten, die sich dem Neuen gegenüber aufgeschlossen zeigten. Der Funke sprang rasch auf die Zuschauer über, die sich am Spiel erfreuten. Weniger erfreut waren die konservativen Turner. Mit aller Kraft stemmten sich die Vertreter der zahlreichen Turnvereine gegen das (Fuß)Ballspiel. Doch schon bald hieß es in den meisten Dörfern der Region: „Elf Freunde müsst ihr sein!“.
Erfahren Sie mehr über die Entwicklung und Verbreitung des Fußballsports im Usinger Land.

Format: 16,5x22,5 cm, 248 Seiten, 151 Abbildungen
ISBN 978-3-924862-50-3
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Artikelnummer: 80006
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